Unsere Michaelskirche in Unterhohenried
Seit dem späten Mittelalter bildeten die drei Dörfer Sylbach, Unterhohenried und Oberhohenried eine Kirchengemeinde. Im späten 14. Jahrhundert wurde dann in Unterhohenried gemeinsam eine Chorturmkirche gebaut, die dem heiligen Laurentius geweiht war. Um das Jahr 1500 wurde die Kirche mit einem spätgotischen Flügelaltar eine unbekannten Künstlers (vielleicht Riemenschneiderschule) geschmückt, auf dessen Flügelreliefs die Legende des damaligen Kirchenpatrons St. Laurentius dargestellt ist.
In der Reformationszeit wurden die drei Dörfer evangelisch, doch kehrte Unterhohenried nach dem Dreißigjährigen Krieg unter würzburgische Herrschaft zum katholischen Glauben zurück. Die Kirche jedoch blieb evangelisch. Da die Bevölkerung nah dem Dreißigjährigen Krieg stark dezimiert und verarmt war und zugleich das nun wieder katholische Unterhohenried aus dem Kirchbauvertrag mit Sylbach und Oberhohenried ausschied, wurde der Bauunterhalt vernachlässigt. Infolge dessen war das Kirchenschiff Ende des 17. Jahrhunderts so baufällig, dass es schließlich 1706 abgetragen werden musste, nur der Kirchturm blieb stehen. In den Jahren 1706-1708 wurde das Langhaus mit Unterstützung des Amtes Königsberg und dem Fürstentum Sachsen-Hildburghausen neu errichtet. Am 1. Oktober 1708 nahm dann Superintendent Fischer von Königsberg die Weihe des erneuerten Kirchenschiffs vor, wobei der Erzengel Michael, dessen Fest in diese Tage fiel, an die Stelle des bisherigen Kirchenpatrons Laurentius trat.

